KINOMICHI – eine Bewegungskunst

 

Kinomichi bedeutet „Weg der Lebensenergie“. Das japanische „ki“ steht für Lebenskraft, „michi“ ist das Wort für den Weg im spirituellen Sinn. Das Kinomichi wurzelt in der Tradition der asiatischen Kampfkünste und ist eine Weiterentwicklung des Aikido.

 

Der japanische Meister Masamichi Noro, ein Schüler von Meister Ueshiba, hat es 1979 in Paris begründet.

Es ist eine Bewegungskunst, in der es nicht um Wettkampf geht, sondern vielmehr um den harmonischen Kontakt mit einem oder mehreren Partnern. Das Kinomichi soll jedem Menschen ermöglichen, seine Lebenskraft weiter zu entwickeln und zur vollen Entfaltung zu bringen. Die verschiedenen Bewegungstechniken ordnen sich ganz diesem Ziel unter.

 

Meister Noro suchte nach einem Weg, das energetische Potential der traditionellen Kampfkünste konstruktiv zu nutzen und erkannte, dass es dazu vor allem einer Änderung der Grundeinstellung bedarf. Wird das Gegenüber nicht mehr als Gegner, sondern als Partner wahrgenommen, so entsteht aus Konfrontation Kontakt. Das Wesentliche in dem Kontakt ist Offenheit und Austausch.

So lernt man, sich durch die gemeinsame Bewegung neu auszurichten und zu regenerieren.

 

Das Kinomichi besteht aus dynamischen Spiralbewegungen im Raum. Sie folgen einerseits der Logik der Spiralen, aus denen unser Körper gemacht ist und erlauben uns, unsere eigene Energie und die unseres Partners zu spüren. Andererseits wohnt die Spirale allem in der Natur inne. Indem wir mit unserem Körper die Verbindung zwischen Himmel und Erde herstellen, gibt es eine Verbindung zur Harmonie des Universums. Das Kinomichi ist auf diese Weise auch der Meditation verwandt.

 

Die Techniken des Kinomichi folgen einem Aufbau von der langsamen Initiation 1, in der es um genaue Körperwahrnehmung geht, über die Initiationen 2 und 3 zu immer dynamischeren Bewegungen. In der Initiation 4 kommen verschiedene Kontaktformen dazu, die bis auf den Boden und in die Rolle führen. Die Bewegungen gewinnen an Volumen und Tempo. Außerdem gibt es Übungen mit dem Stock oder dem Schwert. Die Techniken lassen sich unendlich variieren. So hat das Kinomichi auch eine kreative Komponente von Spaß und Spiel.

 

 

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© Gilles Caupenne